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Hoheneggelsens Zentrum bekommt ein neues Gesicht

Matthias Kaufmann, Carolin Bettels und René Marienfeldt (von rechts) beim Einlegen der kupfernen Dokumentenhülse in den Beton des Fundamentes.
Matthias Kaufmann, Carolin Bettels und René Marienfeldt (von rechts) beim Einlegen der kupfernen Dokumentenhülse in den Beton des Fundamentes.

Seit einigen Woche rollen an der Hauptstraße von Hoheneggelsen (Bundesstraße 1) die Bagger. Das einst so markante und im Jahr 1971 gebaute Gebäude der Volksbank auf dem 1.700 Quadratmeter großen Grundstückes ist bereits abgebrochen. In den kommenden Monaten soll die Ortsmitte gegenüber dem Edeka-Markt ein neues Gesicht bekommen – und zwar diesmal ganz ohne den grauen Waschbeton, der die Bankfassade prägte. 

 

Zur Straße hin erwartet die Passanten künftig ein zweigeschossiges, rot verklinkertes Gebäude mit Satteldach. Im Untergeschoss wird die Bank dann wieder Platz finden. Oben könnte sogar eine Arztpraxis einziehen. Im hinteren Bereich des Grundstückes entsteht ein nicht unterkellertes Mehrfamilienhaus mit fünfzehn öffentlich geförderte Wohnungen in Größe von 60 bis 75 Quadratmeter auf drei Geschossen. Jede dieser Wohnungen verfügt über eine Terrasse oder Balkon. 

Die Erschließung der barrierefreien Wohnungen erfolgt über Laubengänge und durch einen rollstuhlgerechten Personenaufzug. Das Dach wird als Flachdach ausgebildet und erhält eine Photovoltaikanlage. Eigentümerin, Investorin und Vermieterin der Projekte ist, wie bereits beim alten Gebäude der Volksbank, die kwg Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim mbH. 

„Das wird sich gut in die Dorfstruktur einfügen“, sagt deren Geschäftsführer Matthias Kaufmann jetzt bei der Grundsteinlegung des Mehrfamilienhauses im Beisein von Söhldes Bürgermeister René Marienfeldt, kwg-Projektleiterin Carolin Bettels und Bauleiter Jonas Schlotmann vom Generalunternehmen Solid.Mobilbau GmbH. Mit dabei auch einige Rat- und Ortsratsmitglieder. 

kwg-Geschäftsführer Matthias Kaufmann und Bürgermeister René Marienfeldt (von links) bei der Begrüßung zur Grundsteinlegung.
kwg-Geschäftsführer Matthias Kaufmann und Bürgermeister René Marienfeldt (von links) bei der Begrüßung zur Grundsteinlegung.

Bürgermeister begrüßt Schaffung von neuem Wohnraum

„Ich freue mich sehr, dass die kwg das hier macht, denn es ist wichtig, ein Stück Ortsmitte zu beleben und dringend benötigten Wohnraum zu schaffen“, so Marienfeldt. Der Platz habe schließlich auch eine gewisse Versorgungsfunktion und große Bedeutung im Ort. So ganz nebenbei regte Marienfeldt mit Blick auf kwg-Geschäftsführer Kaufmann an, einmal darüber nachzudenken, auf der riesigen Grünfläche hinter dem Söhlder Rathaus auch günstige Mietwohnungen zu bauen. 

Die Miete für den preis- und belegungsgebundenen Wohnraum, so Kaufmann, betrage für ältere und auch noch im Beruf stehende Menschen mit geringen bis mittleren Einkommen zwischen sieben bis neun Euro pro Quadratmeter. Der Sozialwohnraum im Gebäude werde etwa 900 Quadratmeter umfassen. Allein in den Wohnungsneubau im hinteren südlichen Bereich investiert die kwg etwa vier Millionen Euro, gibt der Geschäftsführer auf Nachfrage an. 

Übergabe im Oktober geplant

Seit Anfang Mai ist die Firma Solid.Modulbau aus dem Westmünsterland als Generalunternehmerin bei der Arbeit. Geht alles nach Plan, möchte sie das Gebäude bereits im Oktober an die kwg übergeben, denn die Firma ist bekannt dafür, Geschosswohnungsbauten in Modulbauweise in kurzer Zeit zu errichten. Durch die vorgefertigten Holz-Beton-Elemente geht die Montage schnell und verhältnismäßig günstig vonstatten. Selbst die Bäder werden fertig als Module angeliefert. Gestalterisch wird es sich um einen kastenförmigen Bau mit Putzfassade handeln, berichtet Bauleiter Schlotmann. Architekten der beiden Projekte sind Sven Hirsch und Jonas Schlotmann von der Hirsch Planungsgesellschaft. 

Energieeffizienz spielt wichige Rolle

Wichtig ist der Solid.Modulbau auch die Energieeffizienz: Es soll wenig Energie nötig werden, um es zu heizen oder zu kühlen. Durch die Dämmung soll außerdem wenig Wärme verloren gehen. Geheizt wird elektrisch über Flächeninfrarot. Der Strom dafür kommt auch von der hauseigenen Photovoltaikanlage. Auch auf sommerlichen Wärmeschutz und gute Schalldämmung hat das Bauunternehmen eigenen Angaben nach geachtet. 

Mit dem Bau des Bankgebäudes geht es erst los, wenn das Mehrfamilienhaus steht. So lange wird die Bank im Übergangsdomizil, in der Gerbstraße 5, ihre Dienstleistungen anbieten. „Wir haben einfach das andere Projekt vorgezogen“, sagt kwg-Geschäftsführer Kaufmann. „Für den Neubau der Volksbank im vorderen Bereich an der Bundesstraße investiert die Kwg weitere vier Millionen Euro“, sagte Kaufmann. Der Mietvertrag mit der Volksbank stehe aber kurz vor dem Abschluss. Das Gebäude in Hoheneggelsen war viele Jahre lang die Zentrale der Volksbank Hildesheimer Börde – bis die Volksbanken Hannover und Börde im Jahr 2019 fusionierten. 

Text und Fotos: Hans-Theo Wiechens

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