Versteinerungen aus der Zeit der Dinos im Rathaus
Ja, im Keller des Lengeder Rathauses liegen erdgeschichtliche Stücke aus der Kreidezeit, dabei dreht es sich aber nicht um „versteinerte Verwaltungsakten oder mumifizierte Beamte“, sondern um Fossilien, die im Rahmen des Erzabbaus in den Lengeder Gruben gefunden wurden.
Es handelt sich dabei um mindestens 10.000 Jahre alte Tier- oder Pflanzenteile die Hohlkörper gebildet, sich mit heißem, flüssigen Mineral gefüllt haben, erkaltet und damit als Versteinerungen (Steinkernerhaltung) heute sichtbar sind.
Da Lengede im Herzen eines alten Bergbaureviers liegt, ermöglichte die Entwicklung des Erzabbaus mit diesen Funden einen Blick in die erdgeschichtliche Entwicklung. Die geborgenen Fossilien sind unterschiedlich erhalten. Die Wirbellosen (Muscheln, Korallen) liegen in Steinkernerhaltung vor, Wirbeltiere (Tiere mit Skelett) werden durch Zahnfunde und Knochen belegt. Seit vielen Jahren sind die naturkundlichen und historischen Dokumente aus der Vorzeit im Untergeschoss ausgestellt.
Nachdem das Museum „Wunder von Lengede“, errichtet wurde, ist jetzt auch die Fossilienausstellung umgestaltet worden. Beschriftung und Beleuchtung wurden erneuert, sowie Tischler- und Glasarbeiten an Vitrinen und Rahmen ausgeführt. Der Paläontologe Dr. Ralf Kosma von den Landesmuseen Braunschweig hat die Planungen mit dem Lengeder Ersten Gemeinderat, Jerun Geerts, begleitet. Die artenreiche Fauna/Pflanzenwelt in Lengede, zur Zeit des Mittel-Santon vor 86 Millionen Jahren, ist nun gut dokumentiert und die historischen Schätze können in fachkundig hergerichteten Schauvitrinen zu den Öffnungszeiten des Rathauses bewundert werden.
Text und Fotos: Michael Kramer
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