Roger Stein verzaubert das Glashaus
Frech, bissig und mitreißend: Liedermacher Roger Stein begeistert die Gäste im Derneburger Glashaus mit seinem neuen Programm und verzaubert den Saal im Alleingang.
Vor zwei Jahren war der Liedermacher und Singer-Songwriter Roger Stein zuletzt im Glashaus aufgetreten. Nun machte er erneut Station an dieser historischen Stätte, um sein neues Musikalbum zu präsentieren.
Neue Kooperation sorgt für eine Überraschung
Doch zuvor begrüßte Falk-Olaf Hoppe, der Gemeindebürgermeister aus Holle, zunächst die Anwesenden. Dabei ging er kurz auf die Geschichte des Glashauses ein. Das von Architekt Laves entworfene Gebäude diente ursprünglich als Gewächshaus und gehörte zur Gärtnerei des Schlosses Derneburg. 1988 wurde das Gebäude umfangreich saniert und zum Kulturzentrum innerhalb der Gemeinde Holle ausgebaut. Neben der Gemeinde wird die Einrichtung vom Land Niedersachsen, dem Landkreis Hildesheim und dem Landschaftsverband Hildesheim e.V. unterstützt. Zudem gibt es viele weitere Sponsoren.
Dazu gehört seit August auch der Gleitz Verlag. Kostenlos wird dieser künftig zweimal jährlich das Programmheft des Glashauses herausgeben. Diese neue Kooperation begrüßte Bürgermeister Hoppe ausdrücklich, da viele Seiten künftig voneinander profitieren würden. Deshalb bat er Karl-Heinz Gleitz, den völlig überraschten Gründer und Geschäftsführer des Gleitz Verlages, auf die Bühne und dankte ihm für sein Engagement mit Worten und einem Blumenstrauß.
Anschließend übernahm Iris Königsdorff als Kulturbeauftragte das Mikrofon und kündigte den Künstler des Abends an.
Zwischen Melancholie, Witz und Provokation
Roger Stein wuchs in der Schweiz auf und bekam bereits als Kind Klavierunterricht. Sein musikalisches Talent verfeinerte er mit dem klassischen Studium des Gesangs an der Musikhochschule in Wien. Zudem studierte er Theater- und Musikwissenschaft sowie Germanistik.
In Derneburg präsentierte er sein neues musikalisches Programm „Ist es nicht schön hier“. Seine Singer-Songwriter-Stücke untermalte der Liedermacher selbst am Klavier. Dabei wechselten sich melancholische Stücke mit fröhlichen Melodien und derben Textpassagen ab. Nachdenklich und tiefgründig zeigten sich seine Texte dabei immer. Egal ob der Sänger deutsche Tugenden aufs Korn nahm oder ob es sich um alltägliche Dinge wie die Gewichtszunahme nach der Hochzeit handelte.
Bei seinen Liedern ging es durchaus frech, bissig und provakant zu, sodass dem Publikum manchmal ein erschrockenes „Oohh.“ entfuhr. Doch Roger Stein hatte dabei keineswegs den moralischen Zeigefinger erhoben, sondern er präsentierte seine Alltagserfahrungen und gesellschaftlichen Beobachtungen mit viel Witz und einem charmanten, lausbubenhaften Grinsen auf den Lippen.
Loop-Maschine macht den Solokünstler zur ganzen Band
Neben der beeindruckenden Performance am Klavier nutzte der Künstler noch eine sogenannte Loop-Maschine. Dabei nahm er live auf der Bühne eine kurze Melodie oder einen Rhythmus auf. Die Loop-Maschine wiederholte diese Tonfolge in einer Endlosschleife. Am Ende klang der Interpret dann wie eine komplette Band oder auch ein vielstimmiger Chor.
Das Publikum ließ den Künstler am Ende seines Programms unter tosendem Applaus auch nicht ohne Zugabe gehen. „Wollt ihr seriös oder unseriös?“, fragte er in die Runde. Dieses forderte „unseriös“ und so beendete er den Abend mit „Wenn ich mal Rentner bin“. Beim anschließenden Titel „Bärlauchzeit“ sang schließlich der gesamte Saal mit.
Bei abschließenden Getränken im Café des Glashauses hatten die Besucher danach noch ausgiebig Gelegenheit, persönlich mit Roger Stein ins Gespräch zu kommen.
Text und Fotos: Axel Steiner
Mehr News

Roger Stein verzaubert das Glashaus

Präzision im entscheidenden Moment


