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„Schlichten ist besser als richten“

Bürgermeister Marcel Litfin verabschiedete Schiedsfrau Gisela Winter im Beisein ihrer Nachfolgerin Annette Schneider und Peter Hiller (von links).
Bürgermeister Marcel Litfin verabschiedete Schiedsfrau Gisela Winter im Beisein ihrer Nachfolgerin Annette Schneider und Peter Hiller (von links).

Im Rahmen einen geselligen Runde im Rathaus der Gemeinde Harsum hat Bürgermeister Marcel Litfin die bisherige Schiedsfrau Gisela Winter aus Adlum aus ihrem bisherigen Amtsbezirk Harsum 2 (Adlum, Asel, Borsum, Hönnersum, Hüddessum, Machtsum und Rautenberg) verabschiedet.

Gleichzeitig stellte er mit Annette Schneider aus Harsum die neue Schiedsfrau für diesen Bezirk in den nächsten fünf Jahren vor. 

Sie hatte der Rat kürzlich einstimmig für dieses Amt gewählt. Mit dabei war auch der Schiedsmann für den Bezirks Harsum 1 (Harsum und Klein Förste), Peter Hiller. Er ist gleichzeitig auch stellvertretender Vorsitzender der Bezirksvereinigung Hildesheim im Bund Deutscher Schiedsmänner und Frauen (BDS). 

Hiller ist bereits 17 Jahre als Schiedsmann in der Gemeinde Harsum tätig. Bürgermeister Litfin bedankte sich bei der ausscheiden Schiedsfrau Winter mit einem Blumenstrauß und einer Flasche „Harsumer schräge Nuss“. 

Die 69-Jährige war 20 Jahre auch Leiterin der Kindertagesstätte „Hönnersumer Zwerge“. Bereits vorher war sie als Erzieherin im Adlumer Kindergarten tätig. Jetzt hilft sie für sieben Stunden in der Woche im Rautenberger Kindergarten aus. „Ich habe dieses Schiedsamt sehr gerne bekleidet, denn es war verdammt spannend aber manchmal auch etwas anstrengend“, sagte Winter. 

Sie habe immer versucht, bei Streitigkeiten die Türen zu öffnen, die für Menschen wichtig sind, obwohl sie auch schon mal beschimpft worden sei. Nunmehr wolle sie sich etwas mehr der Familie und den Enkelkindern widmen. Peter Hiller bemerkte, dass er die Nachfolgerin Schneider spontan bei einem Volksbank-Treffen angesprochen habe. Nunmehr sei er froh, dass dieses geklappt habe und das Amt in den Händen eine Frau bleibe. 

Sie sei nach Bedarfs per E-Mail unter der Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. erreichbar. Die Sitzungstermine würden nach Bedarf und Einhaltung einer vierzehntägiger Ladungsfrist immer im kleinen Sitzungszimmer des Rathauses stattfinden. „Schlichten ist immer besser als richten“, sagte Hiller. 

Die häufigsten Privatklagedelikte seien Beleidigungen, Bedrohungen, Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Sachbeschädigungen oder Verletzung des Briefgeheimnisses. 

Bei Nachbarrechtsangelegenheiten seien es häufig Streitigkeiten beim Überhang von Bäumen und Sträuchern sowie Grenzbaum oder Strauch, Verletzung der persönlichen Ehre und sonstige Angelegenheiten nach dem Niedersächsischen Nachbarrechtsgesetz. 
Im Grunde, so Hiller, gehe es um die Wiederherstellung guter Beziehungen zum anderen Beteiligten, denn sich vertragen sei immer besser als klagen. Dazu gehörten auch Mietsachen zwischen Hausbewohner und Vermieter, Nichtbeachtung der Hausordnung, Schadensersatz, Schmerzensgeld, vermögensrechtliche Forderung, Haftungsansprüche aus Verträgen oder mangelhafte Werkverträge. 

Leider finde man in anderen Kommunen nicht immer Menschen, die sich dafür zur Verfügung stellen. Nach Bedarf könne man sich bei ihm unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. melden. Er würde dann den Kontakt zu den Städte oder Gemeinden herstellen.

Text und Foto: Hans-Theo Wiechens  

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