Schacht Konrad aus zwei Perspektiven
Mitglieder des Ortsrates Sonnenberg haben am 23. Februar die Schachtanlage Konrad nahe SZ-Bleckenstedt besucht, um sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten und den Dimensionen des Projekts zu machen.
Nach einer offenen Informationsrunde und einer ausführlichen Sicherheitsunterweisung durch Henning Hofmann von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ging es – ausgestattet mit entsprechender Sicherheitsausrüstung – im Förderkorb rund vier Minuten hinab in etwa 1.000 Meter Tiefe. Unter Tage wurde schnell deutlich, welche Dimensionen die Anlage hat. Weitläufige Strecken, große Baustellenbereiche und komplexe technische Einrichtungen prägen das Bild der Anlage. Teilweise zu Fuß, teilweise mit dem Fahrzeug bewegte sich die Gruppe durch verschiedene Bereiche der Baustelle und hatte die Möglichkeit, Fragen direkt vor Ort zu stellen und im Gespräch zu klären.
Im Anschluss an den Besuch der Schachtanlage führte der Weg in das KONRADHaus nach Bleckenstedt zur Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad e. V. Dort wurden die Ortsratsmitglieder von Frau Neugebauer, Herrn Wasmus und Frau Schlensog empfangen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft berichteten über ihre fast 40-jährige ehrenamtliche Arbeit. Die Initiative informiert über mögliche Risiken, begleitet das Projekt fachlich-kritisch, berät Betroffene und organisiert Protestaktionen. Mit dem Konrad-Haus ist die Arbeitsgemeinschaft dauerhaft vor Ort präsent und steht dort auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Im gemeinsamen Gespräch wurde deutlich, wie unterschiedlich die Perspektiven auf das Thema Endlagerung sein können und wie wichtig ein offener Austausch ist. Dabei ging es nicht nur um die Schachtanlage Konrad selbst, sondern auch um grundsätzliche Fragen der Endlagerpolitik. Die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft erläuterten zudem ihre Einschätzung zu den rechtlichen und politischen Möglichkeiten, die Einlagerung von radioaktiven Abfällen in Konrad noch zu verhindern. Gerade für Menschen aus der Region spielen auch lokale Aspekte eine wichtige Rolle. Themen wie die Einleitung von Abwasser in die Aue, die Sicherheit der Transporte oder die Erfahrungen aus der Schachtanlage Asse II beschäftigen viele Bürgerinnen und Bürger. Fest steht: Der radioaktive Abfall ist vorhanden und muss verantwortungsvoll gelagert werden. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Sicherheit oberste Priorität hat und Entscheidungen transparent sowie nachvollziehbar getroffen werden. Für den Ortsrat Sonnenberg ist es wichtig, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen, Fragen aus der Bevölkerung mitzunehmen und den Dialog mit allen Beteiligten aufrechtzuerhalten.
Autorin: Katrin Voßhagen
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